Schwarze Liste der EU, Zug zum Flug

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Von Schwarzen Listen und papiernen Tigern – ein Schildbürgerstreich der EU-Kommission

Auf Sicherheit bedachte Kunden haben Grund zur Freude: seit kurzem können sie schwarz auf weiß nachlesen, welcher Airline sie sich guten Gewissens anvertrauen können und welcher nicht. Die EU-Kommission veröffentlicht jetzt regelmäßig eine Liste jener Fluggesellschaften, die als zu unsicher eingestuft werden, um Ziele in der EU überhaupt ansteuern zu dürfen. Klingt gut, sagen Sie? Ist es im Prinzip auch. Aber sehen wir uns die schwarzen Schafe doch einmal genauer an: Haben Sie schon einmal etwas von Butembo Airlines, Air Rum, Mango Mat oder Buraq Air gehört? Nein? Wir auch nicht! Die Liste enthält fast ausschließlich Namen von Airlines, die ohnehin nicht Richtung EU starten, darunter z.B. mehrere Dutzend Unternehmen, die innerhalb der Demokratischen Republik Kongo operieren. Eine Entscheidungshilfe für europäische Kunden stellt die Liste also mitnichten dar – und wer wirklich einmal mit dem Flugzeug den Kongo durchqueren will, hat ohnehin keine Wahl…

Dedication release Ein europäischer Fernreisender hat am ehesten vielleicht mal mit Phuket Airlines zu tun, die das beliebte thailändische Ferienziel gleichen Namens ansteuert. Aber eben auch nicht von Europa. Erwähnenswert ist außerdem noch die Listung von Ariana Afghan Airlines, die zweimal wöchentlich aus Kabul kommend in Frankfurt landet. Wie das trotz schwarzer Liste sein kann? Nun, die Fluggesellschaft wird von den EU-Bürokraten zwar als unsicher eingestuft, jedoch wird interessanterweise für eine einzige Maschine des Typs A310 (Kennzeichen F-GYYY) eine Ausnahme gemacht. Und dieser Jet bedient natürlich Frankfurt. Wie beruhigend, in dem einzigen sicheren Flugzeug einer unsicheren Fluggesellschaft zu sitzen…

Natürlich ist der Ansatz, Kunden und Reisebüros eine Entscheidungshilfe an die Hand geben zu wollen, prinzipiell sehr begrüßenswert. Daraus geworden ist jedoch ein bürokratisches Ungetüm, das mehr verunsichert als hilft. Eine Positivliste, die das Qualitäts- und Sicherheitsmanagement eines Unternehmens bewertet, wäre m.E. der bessere Weg gewesen. Statt als einzige Note den Stempel “unsicher” zu vergeben, könnte sie z.B. mit einem Punktesystem arbeiten, das hohe Standards honoriert. Top-Airlines könnten dann mit ihrem guten Ranking werben. Und eine Fluggesellschaft, die in den Augen der Prüfer nur mittelmäßig abschneidet, könnte sich schneller und leichter wieder nach oben arbeiten. Aber ein so großer Wurf wäre wohl zu viel verlangt…

Link zum Thema: Die Schwarze Liste der EU

AIRail – Mit dem Zug zum Flug

Immer wieder werden wir beim Aushändigen von Reiseunterlagen gefragt, was denn aus den Rail-&-Fly-Tickets früherer Zeiten geworden sei. Die gibt es zwar noch, aber sie sind vom Aussterben bedroht. Als Gründe dafür sind die Eröffnung neuer Liniendienste zu dezentralen Flughäfen und die Entstehung der Airline-Allianzen zu nennen. Früher begann eine Fernreise meist am Flughafen Frankfurt, und die Airlines legten dem Ticket oft auch gleich den Bahnfahrschein bei. Heutzutage ist es jedoch z.B. möglich, per Nonstopflug von Köln nach New York oder von Hamburg nach Dubai zu jetten. Und dank der neuen Alllianzen kann man z.B. von Berlin über London nach Hong Kong fliegen, dabei mit zwei Airlines reisen und trotzdem nur ein Ticket benutzen und einen günstigen Durchgangstarif bezahlen. Eine subventionierte Bahnfahrt nach FRA macht heutzutage deshalb weniger oft Sinn.

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Einen ganz anderen, innovativen Weg geht beim Thema Zug zum Flug die Lufthansa. Sie konzentriert ihre Langstreckendienste weiterhin auf die beiden Drehkreuze Frankfurt und München und hat damit in der Fläche einen Wettbewerbsnachteil gegenüber den ausländischen Mitbewerbern. Um dies zu kompensieren, hat sie den alten Airport Express der 80er Jahre als moderneres Produkt wieder auferstehen lassen. In den Hauptbahnhöfen Köln und Stuttgart unterhält Lufthansa eigene Schalter mit LH-Personal, die einen Check-In wie am Flughafen ermöglichen. Gepäck wird bequem vor Besteigen des Zuges aufgegeben und bis zum Zielort durchgecheckt. Beim Umsteigen in Frankfurt kann man somit vom Zug direkt zum Gate gehen, ohne sich um den Weitertransport der Koffer kümmern zu müssen. Und auf dem Rückweg wird das Gepäck ebenso bis Köln bzw. Stuttgart transportiert; in den Bahnhöfen findet dann sogar die Zollkontrolle statt. Alle von Lufthansa vermarkteten Züge haben eigene “Flugnummern” und erlauben die Verwendung elektronischer Tickets. Auch wenn ein Abflug ex Frankfurt Ihnen unattraktiv erscheint, sollten Sie diesen Service also vielleicht einfach mal ausprobieren: sie dürften angenehm überrascht sein!

So weit die News für Juli – am 04.08. erscheint die nächste Ausgabe. Darin geht es dann u.a. um “versteckte Städte”. Ich wünsche Ihnen ein sonniges Wochenende und viel Spaß beim morgigen Spiel um den 3. Platz!

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