LH-Europakonzept, längster Flug, 25 Jahre Vielfliegerprogramme

Das neue Europakonzept der Lufthansa

Seit einigen Jahren in aller Munde: Fliegen ab 19 €, 9 € oder gar 0 € – die Rede ist von den so genannten Billigfliegern, deren Einstiegspreise vor Steuern und Gebühren in der Tat manchmal Schwindel erregende Tiefpunkte erreichen. Dass die Endpreise mit mehreren hundert Euro oft aber auch erstaunlich happig ausfallen können, überrascht Kunden dann immer wieder.

Die etablierte Konkurrenz schien dem Angriff über Jahre nichts entgegen setzen zu können. In Deutschland rätselte die Branche deshalb schon lange, wann die größte deutsche Fluggesellschaft endlich adäquat reagieren würde. Sie tat es zunächst zögerlich, mit dem Test einer neuen Tarifstruktur ab dem Flughafen Hamburg. Der verlief offenbar jedoch so erfolgreich, dass Lufthansa das Konzept zum 03.04.2006 massiv ausgeweitet hat. Die Radikalität dieses Schritts hat selbst Fachleute überrascht: innerhalb Europas bietet Lufthansa jetzt auf allen Direktflügen ihre “betterFly” genannten Tarife mit Einstiegspreisen ab 99 € an, die bereits sämtliche Steuern und Gebühren enthalten. Dabei versichert die Airline, dass es sich keineswegs um nie buchbare Lockangebote handelt, sondern verspricht monatlich im Schnitt jeweils 350.000 Plätze zur Verfügung zu stellen. Jedes Ticket kann gegen Gebühr umgebucht, jedoch nicht erstattet werden. Unsere bisherigen Erfahrungen mit dieser Ankündigung sind durchaus positiv. Gerade bei kurzfristigen Buchungen hat sich gezeigt, dass LH oft günstigere Konditionen bieten kann als die Konkurrenz von z.B. Air Berlin, Germanwings oder sogar Ryanair. Wundern Sie sich also nicht, wenn wir Ihnen für Ihren nächsten Kurztrip Lufthansa anbieten – Distinctravel vermittelt selbstverständlich auch Reisen mit den so genannten Billigfliegern, vergleicht aber in Ihrem Interesse immer die Tarife aller Anbieter. So manches Mal fliegt man mit dem “Kranich” tatsächlich günstiger. Und das inklusive Service und Bonusmeilen!

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18 Stunden und 40 Minuten – der längste Nonstopflug der Welt

Ihren letzten Nonstopflug nach Mexiko, Johannesburg oder Bangkok fanden Sie lang? Es gibt immer noch eine Steigerung: Singapore Airlines bedient seit knapp zwei Jahren die gut 15.000 Kilometer lange Strecke zwischen New York und Singapur nonstop. Möglich macht dies die extreme Reichweite des Airbus A340-500. Aber will man wirklich über 18 Stunden ohne Unterbrechung in der Luft verbringen? Wenn man es eilig hat – ja! Die Zeitersparnis gegenüber Umsteigeverbindungen ist mit mindestens vier Stunden beträchtlich und der Komfort an Bord bemerkenswert. Das liegt weniger an der Menschenliebe der Designer als an den Gesetzen der Physik. Statt der theoretisch möglichen 300 Sitzplätze lassen sich bei einem solch extremen Langstreckenflug aus Gewichtsgründen nur 181 Sitze verbauen. Diese verteilen sich auf zwei Kabinen (Business und Economy), in denen alle Passagiere deutlich mehr Platz haben als bei Flügen auf kürzeren Strecken im gleichen Flugzeugtyp. Für Unterhaltung an Bord sorgt ein aufwändiges on-demand Audio- und Videosystem. Jeder Sitzplatz hat seinen eigenen Bildschirm, an dem sich ein individuelles Programm zusammenstellen lässt. Falls Sie sich die Beine vertreten möchten, bietet sich dafür die “social area” an, eine Art Bartheke, an der Snacks und Getränke zur Selbstbedienung bereit stehen. Aber natürlich gibt es Essen und Trinken auch im Überfluss am Platz serviert. Auf den zweiten Blick ist dieser Extremflug, den wir Ihnen auch gerne als Teil eines Round-the-World-Tickets buchen, gar nicht so schlecht…

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Mit dem Dienst vom Newark Airport zu seiner Heimatbasis hat Singapore Airlines übrigens einen erst drei Monate zuvor selbst aufgestellten Rekord gebrochen – damals war die etwas kürzere Strecke von Los Angeles nach Singapur noch die längste der Welt. Ist der aktuelle Rekord noch zu übertreffen? Vielleicht. Wenn demnächst die Boeing 777-200LR in Dienst gestellt wird, könnte theoretisch erstmals auch die Strecke Frankfurt – Sydney ohne Zwischenlandung bedient werden. Ob dafür ein Markt existiert, wird sich zeigen.

Von Jägern und Sammlern – 25 Jahre Vielfliegerprogramme

Fast auf den Tag genau vor einem Vierteljahrhundert ging es los: am 01.05.1981 führte American Airlines ein komplett neues Marketing-Tool ein, das die Geschäftsreisewelt gehörig durcheinander wirbeln sollte – AAdvantage. Zwar ist es wohl ein moderner Mythos, dass die Idee dazu dem damals gerade frisch gekürten CEO Bob Crandall beim Essen kam und er sie deshalb auf eine Serviette kritzelte. Trotzdem gilt er noch heute als Erfinder der Vielfliegerprogramme, da die Einführung einer der größten Paukenschläge zu Beginn seiner Amtszeit war und er in den folgenden Jahren (er stand bis 1998 an der Spitze von AA) noch oft als genialer Innovator von sich reden machen sollte.

Kalt erwischt von der Idee eines Kundenbindungsprogramms auf der Basis geflogener Meilen wurde Americans größter Konkurrent, United Airlines. Innerhalb von nur fünf Tagen (und vermutlich ebenso vielen durchgearbeiteten Nächten) schaffte es die Marketing- Abteilung von UA aber, unter dem Namen Mileage Plus ein eigenes Programm aus dem Boden zu stampfen. Dieser Rekord wird wohl ewig Bestand haben. Die Deutsche Lufthansa musste sich übrigens aus wettbewerbsrechtlichen Gründen unfreiwillig deutlich mehr Zeit lassen: ihr Bonusprogramm Miles-&-More konnte erst im Jahr 1993 (nach dem Wegfall von Rabattgesetz und Zugabeverordnung) an den Start gehen.

Inzwischen hat praktisch jede große Fluggesellschaft ein eigenes Bonusprogramm, und viele Airlines verdienen damit mehr Geld als mit dem eigentlichen Fluggeschäft. Wie kann das sein? Spötter sagen, dass die Programme sich im Laufe der Jahre von einem Incentive für Vielflieger zu einem für Vielkäufer entwickelt haben. Meilen gibt es heutzutage für fast alles – Mietwagen, Hotelübernachtungen, Restaurantbesuche, Kreditkartenumsätze und vieles mehr. Es ist inzwischen problemlos möglich, genug Meilen für ein Freiticket anzuhäufen, ohne auch nur ein einziges Mal zu fliegen. Das funktioniert, weil die Partnerunternehmen für jede vergebene Meile eine Gebühr an die Fluggesellschaften abführen müssen. Für diese ist das hoch profitabel, da sie oft auf lange Sicht keine Gegenleistung für das erhaltene Geld erbringen müssen. Und genau darin liegt das Problem, das langfristig vielleicht irgendwann zum Implodieren des Systems führen wird. Denn es sind schließlich die Fluggesellschaften, bei denen man die gesammelten Meilen einlösen will. Und so freigebig die bei der Vergabe von Meilen sind – wenn es um Freiflüge und Upgrades geht, zeigen sie sich zugeknöpft. Jedes der großen Vielfliegerprogramme hat zig Millionen Mitglieder, die zusammen auf geschätzten 10 Billionen ungenutzter Meilen sitzen. Einerseits, weil sie schlicht vergessen werden, andererseits aber auch, weil ein Sechser im Lotto wahrscheinlicher ist als einen Freiflug am 23.12. nach Bangkok zu ergattern. Viele Kunden machen die Erfahrung, dass an Ferienterminen kein einziger Platz zu bekommen ist, wenden sich entnervt ab und lassen die Meilen verfallen. Den Airlines ist das durchaus genehm, da ungenutzte Meilen als Verbindlichkeit in den Büchern geführt werden. Verfallen sie, wird aus den “Schulden” ein hübscher Zusatzertrag.

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Wir raten unseren Kunden, das System mit seinen eigenen Waffen zu schlagen. Es gibt diverse Tricks, mit denen man dem drohenden Meilenverfall vorbeugen kann. Und wenn Sie langfristig planen und außerhalb der Ferien reisen können, sind Freiflüge auch durchaus zu bekommen. Auch wenn sie sich verändern mögen, so wird es Vielfliegerprogramme wohl in weiteren 25 Jahre immer noch geben. Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zu dem Thema haben – wir helfen Ihnen gerne weiter! Und falls Sie selbst Mitglied bei AAdvantage sind, sollten Sie im Jubiläumsmonat Mai täglich www.aadvantage25.com besuchen – es lohnt sich!
Soviel für heute. Nächsten Monat beschäftigen wir uns u.a. mit dem Sinn und Unsinn von Reiseversicherungen und mit Sonderessen an Bord.