Flughafen Newark, Open Skies
New York? Newark!
Mit Gerüchten ist es so eine Sache – einmal in die Welt gesetzt, halten sie sich meist sehr hartnäckig und werden selten einem Realitätscheck unterzogen. Dabei wäre das häufig durchaus sinnvoll. So zum Beispiel im Fall der Gretchenfrage, welchen der vielen New Yorker Flughäfen man am besten anfliegen sollte. Der am stadtnächsten gelegene Airport La Guardia (LGA) hat keine Transatlantikdienste, so dass er für Reisende aus Übersee in den meisten Fällen nicht in Betracht kommt. Bleiben also die beiden internationalen Großflughäfen John F. Kennedy (JFK) und Newark (EWR). Letzterer befindet sich noch nicht einmal im Staat New York, was sicher zu seinem Ruf beigetragen hat, extrem verkehrsungünstig zu liegen. Dann trennt ihn obendrein auch noch der Hudson River von Manhattan – wer will DA schon landen?
Falsch!
Erstens, weil viele preisbewusste Kunden inzwischen “freiwillig” jenseits des Hudsons absteigen, um die teils irrwitzigen Hotelpreise Manhattans zu vermeiden. Für sie ist es von Newark aus ein Katzensprung zum Hotel, von JFK hingegen eine kleine Weltreise.
Zweitens, weil Mietwagen im Staat New Jersey erheblich günstiger sind als in New York. Natürlich braucht man in Manhattan kein Auto, aber wer z.B. eine Mietwagenrundreise durch Neu-England machen möchte, startet tunlichst besser vom Flughafen Newark als von JFK oder einem Stadtbüro.
Und drittens, weil man beim Endziel Manhattan seit einigen Jahren sehr schnell und bequem von Newark dorthin gelangen kann, und zwar ohne auf Brücken oder in Tunneln im Stau zu stehen. Der kostenlose Monorail-Service AirTrain bringt Passagiere vom Flughafen in wenigen Minuten zur Airport Rail Link Station. Von dort geht es im dichten Takt (zum Fahrplan bitte hier klicken) mit Hochgeschwindigkeitszügen in nur etwa 20 Minuten zur Penn Station mitten in Manhattan – schneller wäre nur ein Helikopter! Der Fahrpreis beträgt zwischen 11.55 und 27.00 US$. Das letzte Teilstück zum Hotel lässt sich dann bequem für ein paar Dollar mit dem Taxi zurücklegen.
Wenn Sie also demnächst eine Reise nach New York planen und wir Ihnen dafür z.B. den Nonstopflug mit Continental Airlines von Köln nach Newark anbieten, lassen Sie sich nicht einreden, JFK sei doch ein so viel besseres Ziel – das stimmt nicht (mehr)!
Endlich da: der “Offene Himmel” über dem Nordatlantik
Billigere USA-Flüge? Wer kann dazu schon “nein” sagen! Aber bitte glauben Sie nicht alles, was derzeit so über das neue Luftverkehrsabkommen zwischen der EU und den USA geschrieben wird. Die Tinte unter dem so genannten Open-Sky-Vertrag war kaum trocken, da konnte man allenthalben lesen, dass das ein Riesen-Durchbruch hin zu (noch) günstigeren Tarifen sei. Dabei sind die billigsten Tickets angesichts der aktuellen Kerosinkosten bereits jetzt Verlustbringer für die Airlines – Spielraum nach unten ist da nicht zu erkennen.
Worum geht es? Im Zuge der “Open Skies” dürfen sämtliche EU-Airlines zukünftig nach Belieben von jedem EU-Flughafen aus in die USA starten. Bisher war ihnen das nur ab ihren jeweiligen Heimatländern möglich. Theoretisch könnte demnächst also z.B. Alitalia von Düsseldorf nach Detroit starten oder Lufthansa von Madrid nach Miami. Aber warum sollten sie das tun? Um ein Flugzeug mit dem optimalen Mix aus günstigen Tarifen für Urlauber und teuren Tickets für die Premium-Klassen zu füllen, braucht man ein dichtes Zubringernetz. Das haben die großen nationalen Airlines traditionell an den Drehkreuzen in ihrer Heimat. Flüge, die nicht ab einem solchen Drehkreuz starten, machen nur auf wenigen “Rennstrecken” Sinn, die über ausreichend so genannten O&D-Traffic (Origin and Destination) verfügen, also z.B. zwischen London und New York. Auf dieser Route ist die Nachfrage so stark, dass man allein mit dem lokalen Verkehr einen Flug profitabel betreiben kann. Aber gerade hier ist mit keiner wirklichen Änderung zu rechnen, weil es auf den attraktivsten Flughäfen so gut wie keine freien Start- und Landerechte (genannt Slots) mehr gibt. Selbst wenn Lufthansa wollte, könnte sie also nicht so ohne Weiteres eigene Langstreckendienste ab Heathrow auflegen.
Den ersten Schritt hin zu unkonventionellen Routen könnten eventuell ein weiteres Mal die so genannten Billigflieger machen. Gewohnt lautstark hat der Chef von Ryanair, Michael O’Leary, bereits USA-Dienste angekündigt. Aber noch lange nicht alles, was er in der Vergangenheit in die Welt hinaustrompetet hat, wurde dann auch in die Tat umgesetzt bzw. hatte dauerhaft Bestand. Bisher hat noch keine Airline den Beweis erbracht, dass das erfolgreiche Low-Cost-Konzept 1:1 auf die Langstrecke übertragbar ist. Zu hoch ist dort der Anteil der Kerosinkosten, als dass Effizienz steigernde Maßnahmen wie kurze Umkehrzeiten und Niedrigstlöhne für das Personal den Stein der Weisen darstellten. Sie können sich aber darauf verlassen, dass wir den Markt für Sie beobachten. Wenn es eines Tages also wider Erwarten Flüge z.B. von Hahn bei Frankfurt nach Providence bei New York geben sollte, werden wir sie Ihnen anbieten!


